Behnisch Architekten, Stuttgart
Konzept:
Das Erreichen des städtebaulichen Ziels von Leonberg, die Altstadt mit der Stadtmitte zu verbinden, wird wesentlich von der Qualität der Entwicklung auf dem Areal der ehemaligen Wüstenrot AG abhängen.
Durch die Einbettung eines wesentlichen Teils der Baumasse in die Landschaft kann eine der Situation angemessene Körnung erreicht werden.
Städtebau:
Durch eine öffentlich erlebbare, großzügige Parklandschaft in der natürlichen Senke am Fuße der Altstadt, wird der Übergang zwischen der Neubebauung und der Altstadt hergestellt.
Locker eingestreute Punkthäuser für die Wohnbebauung unterstreichen den Charakter der Gartenlandschaft und nehmen die Körnung der Umgebung auf. Auf den landschaftlich entwickelten Terrassen am südlichen Hang des neuen Stadtparks entwickeln sich die Ladengeschäfte und darüber Büronutzungen. Die Geschäfte können in einer ersten Ausbaustufe über die Terrassen erschlossen werden, und beleben den Park. Später, wenn der Boulevard fertig gestellt ist, wird auch die Erdgeschosszone der obersten Terrasse das öffentliche Leben entlang der Promenade bereichern.
Die Baukörper sind dabei entsprechend den besonderen stadträumlichen Anforderungen an dieser Stelle entwickelt:
Zum einen folgen sie den Höhenlinien der Terrassen und stabilisieren dabei den Park. Zum anderen sind die Sichtachsen aus dem tieferen Stadtraum zur Altstadtsilhouette aus den Volumen geschnitten, um die Verknüpfung zu stärken. Als freigestellte Bausteine beleben Sie den Stadtraum zusätzlich, und bieten wichtige Bezugspunkte, neben der Silhouette der Altstadt. Es entsteht ein eigenständiges Quartier mit einem unverwechselbaren Charakter.
Die Qualität der Zwischenräume des neuen Ensembles orientiert sich an der Körnung der Altstadt, mit seinen gewachsenen Strukturen: Lediglich zum neugeschaffenen Boulevard werden die klaren Ordnungsprinzipien der Achse übernommen.
Gebäudekonzeption
Quartiersbebauung Boulevard:
Obwohl das Ensemble als einheitliche Architektur erkennbar ist, sind die neuen Baukörper den Anforderungen der unterschiedlichen Himmelsrichtungen, den Sichtachsen gemäß, und den Nutzungen folgend, differenziert gestaltet. Zum Boulevard bildet das Ensemble eine einheitliche, klare Gebäudekante. Das Erdgeschoss bleibt dabei transparent und lädt mit öffentlich nutzbaren Flächen zum Besuch der neuen Nachbarschaft ein.
Zum Park hin staffeln sich die Geschosse ab, um qualitätsvolle Außenräume für die Nutzer der Anlage zu schaffen, aber auch um Bezüge zu den Terrassen des Parks und des Altstadthügels aufzubauen.
Damit sind gut besonnte Stadtterrassen und unverbaubare Blickbezüge zu den historischen Gebäuden Leonbergs aus fast allen Mieteinheiten möglich.
Ein hohes Maß an Flexibilität wird gewährleisten, dass sich die Gebäude veränderlichen Organisationsstrukturen anpassen. Ebenso ist eine Unterteilung der Gebäude in verschiedene Mietbereiche jederzeit möglich.
Eine Stadt mit Orten und Plätzen, Ausblicken und Einblicken. Eine erlebnisreiche und vielfältige Welt. Eine aus dem Ort entwickelte signifikante Identität entsteht.
Stadtvillen, Punkthäuser:
Kleine rundum freigestellte Punkthäuser bieten ein Optimum an gut belichtetem, grün umspieltem Wohnraum.
Die Häuser folgen einem Modulsystem, so dass unterschiedliche Wohnraumzuschnitte jederzeit möglich sind. Unterschiedliche Wohnungstypen können auch pro Haus gemischt werden, die große Gartenfläche erhöht den Wert des Wohnraums. Durch die lockere Anordnung sind Blickbezüge aus allen Wohneinheiten in den Park und die Altstadt möglich.
Die Garagen und Stellplätze im UG sind direkt vom Haus erschlossen. Dabei sind die Gebäude kompakt, um einen optimalen Wärmeschutz entsprechend neuester Anforderungen zu erzielen.
Die begrünten Bereiche werden zoniert in öffentliche, halböffentliche und private Gärten, wobei lediglich der Wechsel in der Bepflanzung oder eine topographische Struktur die unterschiedlichen Bereiche markiert.
Quartiersplätze zwischen den Stadthäusern verknüpfen die Nachbarschaften untereinander, Spielmöglichkeiten und Treffpunkte bereichern das soziale Angebot in der neuen Wohnanlage. Der landschaftliche Charakter des Freiraums bleibt dabei erhalten.
Es wird vorgeschlagen die Konstruktion weitgehend mit Holz zu erstellen. Sandfüllungen in den Decken sorgen für den notwendigen Schallschutz und erhöhen die Speicherfähigkeit der Konstruktion.
Generell sollten in der Ausführung nur Materialien zum Einsatz kommen, die aufgrund ihrer ökologischen Bewertung als ressourcenschonend definiert worden sind. Der Begriff der Nachhaltigkeit wird hier in einem umfassenden Sinn verstanden:
Zum einen entsteht ein durchgehend barrierefreies Haus, dass wechselnden Wohnformen und Lebensumständen auch in der Zukunft gerecht wird und bis ins hohe Alter bewohnbar ist. Wohnungen lassen sich zusammenschalten und wieder trennen.
Zum anderen werden an die Energieeffizienz des Gebäudes hohe Maßstäbe gelegt, wobei der gesamte Lebenszyklus des Gebäudes berücksichtigt wird:
Minimierung des Energiebedarfs bei der Gebäudeerstellung und Reduktion der CO2-Emissionen durch Holzbauweise, Optimierung der Tageslichtsituation, Reduktion des Heizwärmebedarfes auf 20 kWh/m2a, großflächige Solaranlage für Warmwasser und Heizungsunterstützung, Regenwassernutzung, Berücksichtigung der Recyclingfähigkeit bei der Materialwahl.
Bauphasen:
Die Entwicklung des Grundstücks der ehemaligen Wüstenrot AG zur Park- und Terrassenlandschaft mit einer lebendigen Stadtstruktur, schafft eine Verknüpfung zur Altstadt durch vielfältige Wegebeziehungen und ist zunächst hauptsächlich erschlossen über die Lindenstraße. Mit der weiteren Entwicklung des Post und des Telekom Geländes können nun wichtige Teilstücke des Boulevards realisiert werden. Über direkte Ein - und Ausblicke auf die Altstadt wird die Vernetzung des Boulevards mit der Park- und Terrassenlandschaft und den städtischen Strukturen östlich geschaffen. Dieses neue Mischnutzungsgebiet mit eher geschlossener Bebauung stärkt die klare Achse des Boulevards, aktiviert diesen durch Geschäfte im Erdgeschoss und gewährleistet durch die Baumassen eine Reduzierung der Lärmbelastung durch die Eltinger-Straße. Das gesamte Gebiet am Fuße der Altstadt wird durch die Erweiterung im Westen mit der Fortführung der Punktstrukturen im Park vervollständigt.
Freianlagen:
Innen- und Außenräume sind eng miteinander verknüpft. Bewegungslinien entlang der Terrassen und Pflanzflächen aus der Landschaft bilden ein Beziehungsgeflecht aus befestigten Flächen, üppigen Pflanzungen, extensiven Wiesen und artifiziellen Wasserflächen.
Der Park bietet der Nachbarschaft und der Umgebung grüne Nischen zur Klausur, Terrassen für den Mittagsplausch und schattige Flecken unter Bäumen zur Entspannung. Das große Wasserbecken und seine Sitzterrassen kann die Kulisse für ausgelassene Sommerfeste werden, mit Picknick im Baumhain und Ballspiel auf den ausgedehnten Rasenflächen.
Die Wiesenlandschaft erstreckt sich über die Wohnanlage und bindet diese als Teil der Parklandschaft ein.
Die Pflanzung der Gehölzstrukturen erfolgt bereits im ersten Bauabschnitt, sodass sich die Bäume entwickeln können und bereits frühzeitig die künftige Ausdehnung des Geländes andeuten.
Energiekonzept:
Passive Maßnahmen
- Ein erhöhter Dämmstandard führt zu einer Minimierung der Transmissionswärmeverluste. Fensterflächen zur Straße werden als Kastenfenster ausgeführt (Schallschutz). In dem Zwischenraum ist der Sonnenschutz witterungsgeschützt angebracht.
- Der Fensterflächenanteil ist bezüglich einer natürlichen Belichtung und Ausblick optimiert. Der im Kastenfensterintegrierte Sonnenschutz garantiert den sommerlichen Wärmeschutz.
- Aufgrund der Lichtlenkung am Lightshelf erzielt man eine bessere Ausleuchtung der Raumtiefe bei einer direkten Besonnung wird eine blendfreie natürliche Belichtung ermöglicht.
- Natürliche Lüftung über zu öffnende Fenster - Kastenfenster zur Straßenseite garantieren einen Mindestschallschutz (auch bei gekipptem Fenster).
Aktive Maßnahmen
- Eine tageslichtabhängige Kunstlichtsteuerung in den Büros nimmt bzw. schaltet bei einer ausreichenden Tagesbelichtung die Beleuchtung ab.
- Dezentrale Lüftungsgeräte im Doppelboden sorgen für die Frischluftversorgung der Büros wodurch auf große Lüftungszentralen als auch auf ein aufwendiges Kanalnetz verzichtet werden kann.
- Die Wärme- und Kälteversorgung erfolgt in der Grundlast mittels einer Bauteilaktivierung über Geothermie. Zusätzlich deckt die dezentrale Lüftung die Spitzenlast.
KBK Architektengesellschaft mbH, Stuttgart
Situation
Das Wettbewerbsgebiet auf dem ehemaligen Wüstenrotareal wird durch seine Lage in der geographischen Mitte zwischen Altstadt und der in den 70er Jahren entstandenen Stadtmitte maßgeblich bestimmt. Gleichzeitig wird das Gelände durch eine nach Norden und Westen stark abfallenden Topographie, der grünen Talaue und der außergewöhnlichen exponierten Lage am Hangfuß der steil aufsteigenden Altstadt geprägt.
Die bestehende Nachbarbebauung ist eher heterogen und wird bis auf das bestehende Rathaus für die Weiterentwicklung der Stadt keine wichtige Rolle spielen können.
Wichtige, aber durch die bisherige Wüstenrotbebauung verloren gegangene und verstellte Blickachsen, werden umso wichtiger für die Neubebauung werden. Zusätzlich gilt es, die Erkenntnisse aus den bisherigen Wettbewerbsverfahren und hier vor allem das Konzept der Wegeachse des Preisträgers in angemessener Weise zu berücksichtigen.
Mit der Neubebauung des Wüstenrotareals und der Weiterentwicklung des Wettbewerbskonzepts eröffnet sich die einmalige Chance, das historische Leonberg auf dem Bergrücken wieder neu erlebbar zu machen und gleichzeitig die beiden Stadtzentren optisch und baulich miteinander zu verbinden.
Konzept
Das Spannungsfeld zwischen den genannten Randbedingungen Topographie, Historie des Orts, Blickbeziehungen und der Notwendigkeit eine "neuen Mitte", eine eigenständige Zwischenstadt als tragfähiges Verbindungsglied zu schaffen, musste das Konzept in besonderem Maße bestimmen. Neu an der Aufgabenstellung ist der Umstand, dass sich die bisher vorgegebenen Nutzungsschwerpunkte des ursprünglichen Wettbewerbs mit dem Reiterstadion und den Parkflächen von öffentlichen Freiflächen hin zur Wohnnutzung mit eher privat definierten Grünflächen verlagert haben.
Der bisher dominierende Grünzug der Talaue muss mit dem neuen Nutzungsschwerpunkt Wohnen weiterentwickelt bzw. der höheren Baudichte angepasst werden.
Das bauliche Konzept des Realisierungsteils sieht deshalb im Bereich der bisher westlich der Hauptachse angeordneten lockeren Wohnbebauung eine geometrisch klar strukturierte und gegliederte, den Grundstücksgrenzen folgend, durchlaufende Randbebauung vor.
Um dem neuen Stadtteil schon im 1. Abschnitt einen eindeutigen und eigenständigen Charakter zu geben, wird die bauliche Struktur nach Süden zur Lindenstraße hin verdichtet und eine in der Höhe differenzierte Randbebauung vorgeschlagen.
Die im Grundriss meanderförmig ausgebildete Randbebauung erhält von der Lindenstraße her an den strategisch richtigen Stellen großzügige Öffnungen für die Haupterschließungsstraße und die Einkaufspassagen.
Mit den gezielt gewählten Durchblicken und der sich zur Altstadt hin öffnenden Baustruktur, wird ein Höchstmaß an Identifikation und die gewünschte Quartiersbildung erreicht. Zusätzlich wir mit der neuen - auf die Belange der Häussler-Gruppe - abgestimmten Ordnung, das Quartier von außen als eigenständige Einheit erlebbar und der gewünschte und notwendige Schallschutz für die nördlich anschließende Wohnbebauung erreicht. Der Rand bildet den schützenden Filter für die differenzierte auf Vielfalt abzielende Innenwelt.
Einkaufen / Dienstleistungen
Durch die über mehrere Geschosse von Ost nach West verlaufende Gefällelinien können die Verkaufsflächen mit bis zu 3 Geschossebenen, jeweils mit direktem Anschluss aus dem Erdgeschoss, der Quartierränder oder über 2 sich kreuzende, glasgedeckte Passagen erschlossen werden.
Eine großzügige über mehrere Geschosse reichende lichtdurchflutete Glashalle am Kreuzungspunkt der Hauptverbindungswege bildet das Herzstück der Verkaufsflächen.
Keine geschlossene hermetisch abgeriegelte künstliche Verkaufswelt amerikanischer Prägung soll hier in Leonberg entstehen, sondern ein offener Raum mit Blick zu Altstadt und vorgelagerten Terrassen, die die Besonderheiten des Ortes mit Altstadtpanorama einfangen werden. Von dieser strategisch richtigen Nahtstelle aus kann die gesamte vertikale Erschließung der Verkaufsflächen abgewickelt werden und gleichzeitig kann mit dem tief in die Untergeschosse reichenden Luftraum die natürliche Belichtung der Parkebenen erreicht werden.
Der zusätzlich wichtige Anschluss der Verkaufsflächen an die später zu errichtende Hauptverbindungsachse, wird durch den zunächst nur auf den Fußweg ausgerichteten östlichen Eingang zu einem späteren Zeitpunkt leicht erreicht werden können. In den südlich und östlich gelegenen Baukörpern bleiben die über den Verkaufsflächen liegenden Obergeschosse der Nutzung als Büroflächen, mit unterschiedlichen Teilungsmöglichkeiten, vorbehalten.
Wohnen
Aus dem orthogonalen System der Randbebauung heraus entwickelt sich auf den südlich gelegenen Grundstücksflächen die differenzierte auf Vielfalt abzielende, in den Grünräume der Talaue eingebettete Wohnbebauung.
Zum einen sind die sich im westlichen Grundstücksteil befindlichen Einzelhäuser, die im Quartierinneren eine kleinteilige, die jeweilige Parzelle flexibel nutzende Gebäudegruppe bilden. Zum anderen die vier versetzt entlang der Bahnhofstraße angeordneten Stadtvillen, die in den öffentlichen Grünzug eingebettet den nördlichen Abschluss des Quartiers bilden.
Durch die gewählte Staffelung und die umschließenden, baumbestandenen Eingangshöfe kann der Grünzug fortgesetzt werden und durch die sanfte Bebauung seine Aufgabe als begrünter Hangfuß weiterhin erfüllen.
Grundrisse Wohnen
Den Vorgaben der Auslobung folgend, werden die geforderten Wohnungsgrößen für die einzelnen Wohnungstypen umgesetzt.
Zusätzlich lassen sich durch die gewählte offene und flexible Baustruktur kleinere Wohnungen zu einer großen Wohnung zusammenlegen und auch Wohnungen mit einer Einliegerwohnung kombinieren.
Weitere Wohnformen wie Altenwohnen oder Betreutes Wohnen lassen sich ebenso problemlos umsetzen.
Sowohl das vorgegebene Wohnungsgemenge, als auch die wirtschaftliche Umsetzung der verschiedenen Haustypen sind Bestandteil des Planungskonzepts und aus den Plänen ersichtlich.
Das Verhältnis von nutzbaren Freiräumen und bebauten Flächen spielt hier die entscheidend wichtige Rolle im Sinne der gewünschten Verdichtung und Steigung der Urbanität. Jedem Wohnhof werden hier private und öffentlich nutzbare Freibereiche zugeordnet. Großzügig dimensionierte, private Grünzonen im Erdgeschoss und die Trennung des Parkverkehrs schon im Eingangsbereich der Erschließungsstraßen erhöhen zusätzlich den Wohnwert der Innenzonen.
"Vielfalt in der Einheit" könnte hierfür ein Synonym sein.
Ideenteil / Gesamtkonzept
Der Gedanke aus dem vorangegangenen Wettbewerbsverfahren mit einer attraktiv ausgebildeten Stadtpromenade das Stadtzentrum mit dem Entree der Altstadt auf kürzestem Weg zu verbinden und damit die Sichtbezüge zwischen den beiden Stadtteilen wieder herzustellen bleibt uneingeschränkt erhalten.
Das Zusammenspiel des neuen im Realisierungsteil liegenden stärker verdichteten Baufeldes entlang der Lindenstraße und des östlich der Hauptachse liegenden in Körnung und Struktur der Altstadt folgenden Baufeldes entlang der Eltinger Straße bilden zusammen mit den in den Grünraum eingelagerten Einzelhäusern den gesuchten neuen Stadtbaustein.
Für die Fragestellung nach dem Erhalt und der Einbindung des bestehenden Rathauses und den damit im Zusammenhang bestehenden Neuordnung der Verkehrsführung können zusammen mit dem Realisierungsteil je nach Entscheidung der politischen Gremien, 2 Lösungsansätze umgesetzt werden.
Durch die bereits im Realisierungsteil vorgenommenen baukörperlichen Dispositionen kann mit der Realisierung des Gesamtprojekts unabhängig vom Erhalt oder Neubau des Rathauses mit dem neuen stärker gefassten Vorplatz eine neue urbane Mitte entstehen.
Damit wird das Ziel mit dem Realisierungsteil als ersten Baustein und Auftakt, zusammen mit der geplanten Stadtpromenade als zentrales Element des langfristigen Konzepts und dem neu definierten Rathausplatz als neue Mitte, einen urbanen Stadtteil mit hoher Erlebnis- und Aufenthaltsqualität zu schaffen, im vollem Umfang erreicht. Folgerichtig müssen hier auch verstärkt öffentliche Einrichtung und die Verkaufsflächen angeordnet werden.
Erschließung / Blickachsen
Von der Lindenstraße und der Bahnhofstraße ist die Erschließung aller Bauteile problemlos möglich. Die von den beiden Hauptstraßen abgehenden kurzen Erschließungsstiche nehmen die vorhandene orthogonale Baustruktur auf. Störungen durch den Fahrverkehr werden wegen der geringen Eindringtiefe ins eigentliche Wohnungsquartier und die optimale Lage der Tiefgarageneinfahrten auf ein Minimum reduziert.
Im Realisierungsteil können durch die sich zur Altstadt hin öffnende Baustrukturen und den Höhensprung zu den in den Talauen eingebetteten Stadtvillen die Blickachsen eindeutig auf die Altstadt ausgerichtet werden.
Alle Wohnungen sind so positioniert, dass die historische Stadt als wesentlicher Bestandteil der Wohnqualität mit einbezogen wird.
Mit der später hinzutretenden Stadtpromenade erlebt der Fußgänger nach Überschreiten des Rathausplatzes von der Neustadt kommend, eine neu in Szene gesetzte Altstadtsilhouette. Durch die Spreizung der beiden Baufelder wird die Einmaligkeit der Situation zusätzlich unterstützt.
Freianlagen und Grünkonzept
Das übergeordnete Freiraumelement ist der zwischen den beiden Baufeldern entstehende Park. Durch die behutsame Verdichtung und die stärker auf Wohnnutzung ausgerichtete Bebauung bestimmt nun nicht mehr die renaturierte Talaue mit dem darin eingebetteten Reiterstadion den Charakter, sondern eine gepflegte Parklandschaft mit großzügig dimensionierten Privatgärten und öffentlichen Grünflächen.
Durch die begrünten Wohnstraßen und die stark begrünten Höfe mit den Privatgärten, wird eine Verbindung der landschaftlichen Talauen östlich und westlich des neuen Wohngebietes hergestellt. Die Baumpflanzungen entlang der Bahnhofstraße und dem parallel dazu verlaufenden Grünzug im Quartierinnern spielen dabei eine wichtige Rolle.
Fußläufige Erschließung und Radverkehr
Das neue Wohngebiet wird vollständig an das bereits bestehende Fuß- und Radwegenetz angebunden.
Die neue in den Grünzug eingebettete von Ost nach West verlaufend Wegeverbindung, sorgt für eine Vernetzung des vorhandenen Wegesystems auf der Altstadtseite und bindet auf der Neubauseite den zukünftigen Rathausplatz und die neuen Verkaufsflächen auf den verschiedenen Eingangsebenen mit ein.
Erschließungsstraßen
Die Erschließungsstraßen werden mit Hilfe von Belagswechseln und einer Akzentuierung der Kreuzungssituation gegliedert. Die nur vereinzelt angeordneten Besucherparkplätze werden mit Hecken und Bäumen gefasst und treten optisch in den Hintergrund. Die gesamte Parkierung für alle Nutzungsbereiche findet ausschließlich in den Untergeschossen statt.
Durch die Verwendung von Pflaster und den Verzicht der klaren Unterteilung in Fahrbahn- und Fußgängerbereich, können alle Straßen einen "wohnlichen" Charakter erhalten. Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer sind gleichberechtigt.
Um den Versiegelungsgrad möglichst gering zu halten, werden wasserdurchlässige Pflasterbeläge mit offenen Fugen und/oder Grasfugen verwendet.
Öffentliche Flächen
Öffentliche Frei- und Aufenthaltsflächen sind im Wesentlichen entlang des Grünzugs und beim neuen Rathausplatz angeordnet. In den Wohnquartieren selbst dienen kleine von den Privatgärten abgeschirmte Plätze Bewohnern wie Besuchern als Aufenthalts- und Spielbereiche.
Die Terrasse vor dem neuen gläsernen Quartierszentrum mit Blick auf die Altstadt, stellt einen neuen Treffpunkt und den neuen geselligen Mittelpunkt der Parkanlage dar. Ein Cafe mit Außenmöblierung, sowie zahlreiche Sitzgelegenheiten bieten den Bewohnern und Gästen einen Treffpunkt und eine Aufenthaltsmöglichkeit inmitten des neuen Wohngebietes.
Privatgärten
Die Erdgeschossebenen der Wohnbebauung treffen sich von Ost nach West mit dem Straßen- bzw. Wohnwegniveau. Die Gärten werden durch einfache Maßnahmen, wie Pergolen und halbhohen Mauern abgeschirmt. Die Privatsphäre innerhalb der Gärten bleibt gewahrt. Die Gärten werden durch klare Heckenstrukturen sowie locker verteilte Baum- und Gehölzgruppen gegliedert. Die Bereiche zwischen den Gebäuden können komplett als Privatgärten, das heißt, als Sondereigentum genutzt werden.
Konstruktion / Material / Fassade
Eine auf Wirtschaftlichkeit ausgerichtete Mischkonstruktion aus Stahlbetondecken mit aussteifenden Treppenkernen und gemauerten, tragenden Wandscheiben in der Fassadenebene trägt im Bereich des Wohnungsbaus die Lasten über die Tiefgarage und Nebenräume in die Fundamente ab. Die Randstützen der Fassade für die Büroflächen sind dem 2-fachen Raster von 1,30m folgend, platzsparend hinter den Fertigteilen in die Fassadenebenen eingebunden.
Die Zimmerwände sind durchweg als nicht tragende Wände ausgebildet. Dadurch können die Wohnungsgrößen und die Zimmerzahl den jeweiligen Wünschen leichter angepasst werden. Durch die Anordnung der Nasszellen ergeben sich flexibel und frei aufteilbare Grundrisse. Auch großzügige, loftartige Grundrissausbildungen und das „Durchwohnen“ sind möglich. Alle Bäder sind außen liegend und natürlich belüftet. Die natürlich belichteten Aufzugs- und Treppenräume tragen zusätzlich zu einem großzügigen Erscheinungsbild und damit zum Wohnwert bei.
Die Gestaltung der Fassaden entspricht den unterschiedlichen Bedingungen ihrer Lage und variiert innerhalb des konzeptionellen Rahmens.
Die Kombination aus weiß verputzten Lochfassaden und leicht wirkenden Verkleidungselementen in warmen Holztönen sorgen bei den Wohnhäusern für ein auf Vielfalt ausgerichtetes Erscheinungsbild. Dieser Materialwechsel verbindet großzügig, offene Gestaltung, mit einem Glasanteil von deutlich unter 30%.
Gleichzeitig können diesem Gestaltungsprinzip individuelle Wünsche, wie geschosshohe Verglasungen oder transluzente Elemente ohne Probleme umgesetzt werden.
Die "Füllungen" kontrastieren zu den Putz- und Glasflächen in warmen, farblich abgestimmten Tönen und setzen die notwendigen Akzente.
Dem klaren Baukörper folgend, sucht die Fassadengestaltung dem Neubau der Randbebauung mit den Verkaufs- und Büroflächen eine zeitgemäße Architektursprache zu geben.
Mit dem Prinzip der wechselnden, geschosshohen Glasplatten und Metalllamellen, die auf dem kleinsten Raummodul von 1,30m aufbauend ein interessantes Spiel von geschlossenen und transparenten Flächen ergeben, erhält der Neubau den gewünschten und eigenständigen unverwechselbaren Charakter.
Bei der gewählten Grundordnung können die Abstände und die Fassadenebenen so variiert werden, dass entsprechend der jeweiligen Fassaden- oder Arkadensituation Verdichtungen oder Aufweitungen entstehen, die in angemessener und subtiler Weise auf Sonderbereiche wie z.B. Eingänge hinweisen.
Neben dem filigranen Skelett aus glasfaserarmiertem Weißbeton tragen vor allem die Lamellen der Funktionselemente und die Rahmen der Fensterflügel aus Baubronze oder farblich ähnlichem Aluminiumeloxal zum eleganten und wertigen Erscheinungsbild bei.
Energiekonzept
Durch die Vorgabe der zukünftigen EnEV und das Erneuerbare Energiegesetz (EEG) kommt neben den passiven Maßnahmen an der Gebäudehülle und der Gebäudeausrichtung vor allem der Auswahl des Energieträgers zur Primärenergieversorgung und dem Versorgungskonzept entscheidende Bedeutung zu. Hierzu stehen, je nach Größe der Bauabschnitte, entweder zentrale Versorgungskonzepte mittels Kraft-Wärme-Koppelung (BHKW) oder dezentrale Konzepte, zum Beispiel mittels Pelletheizung für jeweils einen Hof mit 2 bzw. 4 Einzelhäuser zur Verfügung. BHKW's in modularer Bauform übernehmen dabei die Grundversorgung/ Grundlast. Bedarfsspitzen können über Unterzentralen in den einzelnen Bauabschnitten über einen Spitzenlastkessel mit Warmwasserbereitung abgedeckt werden.
Über die Unterzentralen werden die einzelnen Hauseinheiten versorgt. Das Konzept bietet folgende Vorteile:
- modularer Aufbau entsprechend dem Baufortschritt
- BHKW-Zentrale kann im Contracting betrieben werden (Einsparung Invest)
- bedarfsgerechte Energielieferung
- einfache Abrechnung
- Ausfallsicherheit durch Verbundnetz
- Energetisch günstige Kraft-Wärme-Kopplung im Sinne der EnEV
- Spitzenlastkessel können klein dimensioniert werden.
Zusätzliche Maßnahmen für die Warmwasserbereitung auf den Dachflächen können ebenfalls in das Versorgungskonzept integriert werden.
Photovoltaik zur Versorgung von Regelung und Steuerung sollen zur Reduzierung des Primärenergiebedarfs und der Betriebskosten eingesetzt werden. Der Hauptanteil der Primärenergie für die Büro- und Verkaufsflächen wird jedoch von den in die Gründungspfähle eingelegten Erdsonden erzeugt.
Ziel ist weiter, den Verbrauch an Primärenergie im Gebäude durch folgende Maßnahmen zu reduzieren:
Heizen
Wärmeschutz EnEV 2012 (Dreifachverglasung, hochgedämmte Hülle), hygienische Luftmengen auf Basis DIN EN 15251/ Klasse 1 (Einsatz sehr schadstoffarmer Materialien), Niedertemperaturheizung über Flächensysteme, geringe bis keine Befeuchtung
Warmwasser
wassersparende Armaturen, Näherungselektronik
Kühlen
Wärmeschutz EnEV 2012, außen liegender Sonnenschutz windstabil, hygienische Luftmengen analog "Heizen", Hochtemperaturkühlung über Flächenkühlung und Betonkernaktivierung
Strom Kühlung
hocheffiziente Kältemaschinen, klimaneutrale Kältemittel (GWP=0), Trennung Hoch- und Niedertemperaturkälte auf Erzeugerseite
Strom RLT-Anlagen
hygienische Luftmengen analog "Heizen", Abschaltung fassadennaher Bereiche in der Übergangszeit, großzügige Kanalquerschnitte zur Reduzierung der Druckverluste
Strom Beleuchtung
optimale Fensteranordnung in der Gebäudehülle, hohe Lichttransmission der Verglasung, Sonnenschutz mit Tageslichtlenkung und optimierter Steuerung, Tageslicht- und präsenzabhängige Kunstlichtsteuerung, Kunstlichtkonzept mit Direkt-/ Indirektanteil sowie hellen Oberflächenmaterialien im Raum, hocheffiziente Leuchtkörper > 80 lm/W
Regenwasser
Das wirtschaftliche Sammeln und Wiederverwenden von Regenwasser entspricht den heutigen Maßstäben einer landschaftsverträglichen Freiraumgestaltung. Das anfallende Regenwasser wird im Areal in hintereinander geschalteten Zisternen gesammelt und kann zur Baum- und Strauchbewässerung genutzt werden. Die vorgesehene Konzeption ist einfach und je nach Baufeld abschnittsweise realisierbar.
Für alle nicht unterbauten Flächen wird das Rückführen des Regenwassers in den natürlichen Wasserkreislauf durch wassergebundene oder versickerungsoffene Belage gewährleistet.
Léon Wohlhage Wernik Architekten, Berlin
Stadträumliche Betrachtung und architektonisches Konzept
Die außergewöhnliche schöne Situation am Fuße der Altstadt von Leonberg mit seiner einprägsamen Stadtsilhouette wird zu einem neuen Stadtquartier am Park entwickelt mit hochwertigen Wohnungen, mit guten Einkaufsmöglichkeiten, Büros und anderen städtischen Dienstleistungen. Ein Park bildet das innere Zentrum des Quartiers. Es gleicht die extremen Höhenunterschiede aus und entwickelt darüber eine besondere räumliche Qualität. Das Konzept konzentriert sich auf die räumliche Ausprägung des Parks als Grundlage für die Idee eines modernen Landschaftsgartens. Alle Wohnungen richten sich mit ihren Sichtbeziehungen zum Park, die hochwertigsten Wohnungen sind direkt um Park orientiert.
Das neue Stadtquartier soll einen urbanen, keinen vorstädtischen Charakter haben bei gleichzeitiger Offenheit, die viele Durchblicke zur Altstadt zulassen. Das neue Stadtquartier wird sich über seine Maßstäblichkeit und baulichen Gliederung in die Stadt einbinden. Mit den Terrassen und den unterschiedlichen Geschossen, mit den Vor-und Rücksprüngen zeigt sich eine bewegte Stadtlandschaft im Dach, die von der erhöhten Altstadt aus ja auch sehr gut einsehbar sein wird.
Das neue Stadtquartier soll sich in seiner Körnung und seinem architektonischen Charakter und seiner Materialität aus Putzfassade mit der Stadt Leonberg, insbesondere mit der Altstadt und dem Schloss gut verweben.
Zu den Straßen und den bestehenden Erschließungswegen zeigt das Quartier Raumkanten, die immer wieder trichterförmige Einblicke in den Park zulassen. Nach innen ergeben sich Baublöcke, die aufgrund ihrer Höhenstaffelung und Öffnungen den Blick auf die Silhouette der Altstadt und des Schlosses ermöglichen.
Die Architektur zeigt sich differenziert mit großzügigen Öffnungen und individuellen Freiräumen wie Terrassen und Loggien. Die Architektur soll einen klaren Ausdruck haben, rational gestaltet sein und dabei eine individuelle Note ausstrahlen.
Nutzung und Erschließung
Das Konzept gliedert sich in einzelne offene Stadtbausteine, die voneinander separat und alle direkt von der Straßenseite erschlossen werden. Lediglich die beiden Blöcke mit dem Einzelhandel werden in den unteren Geschossen zu einer Einheit zusammengefasst. Hier entsteht ein städtischer Charakter mit großzügigen Vorplätzen bei den beiden Zugängen. Eine natürlich belichtete Passage quert den gesamten Block und verbindet die beiden Hauptstraßen, Lindenstraße und Bahnhofstraße miteinander. Durch die großen Höhenunterschiede können drei Ladengeschosse bequem und nutzerfreundlich über zwei verschiedene Eingangsebenen erschlossen werden. Die Anlieferung erfolgt seitlich störungsfrei, weit entfernt von dem Hauptzugang und ist jedoch logistisch in der unteren Einkaufsebene mit den großen Ankermietern angebunden.
In den Obergeschossen werden Büros über zwei bis drei Ebenen in einzelnen Baukörpern angeboten, um den großflächigen Einzelhandel stadtverträglich einzubinden. Die Erschließung der Büros erfolgt jeweils separat von außen. Über einen leicht erhöhten Sockel setzen sich die Wohnblöcke von der Straßenebene ab. Die Erdgeschosswohnungen sind auch noch über eine Vorgartenzone geschützt. Die Geschoßwohnungsbauten sind als Zwei- und Dreispännern entwickelt. Viele Wohnungen haben von drei Seiten Licht, große Balkone/Loggien, sowie in den oberen Geschossen Dachterrassen. Die meisten Bäder liegen an der Fassade und sind dadurch natürlich belichtet und belüftet. Insgesamt stellen wir uns das Wohnen als ein hochwertiges, nachbarschaftliches Quartier mit individuellen Wohntypen vor.
Die Qualität zeigt sich in den Wohnungen und deren Zuschnitte für unterschiedliche Bedürfnisse verschiedener Bewohnergruppen. Hier wird erst einmal eine Grundtypologie angeboten, die flexibel auf Veränderungen im Programm reagieren kann. Da dieses Konzept Grundlage für einen Masterplan und Bebauungsplan bilden soll, in dem die zukünftige Nutzung noch im Einzelnen entwickelt werden muss, bietet die Bebauungsstruktur ein Gerüst für eine Abstimmung mit der Stadt und den Bauherren.
Das Konzept der offenen Blöcke hat den Vorteil, dass dieses Gebiet in Phasen realisiert werden kann. Das Gebiet lässt sich gut in überschaubare Baufelder teilen, die auch bei partieller Realisierung nicht den Charakter des Fragmentarischen haben. Als erste Bauphase ist die Realisierung des Einkaufszentrum mit der zusammenhängenden Tiefgarage vorgesehen. Hier wird die Verbindung von der Lindenstraße zur Bahnhofstraße hergestellt. Mit den Wohnungen und den Büros in den Obergeschossen wird von Beginn an ein gemischtes Nutzungsangebot geboten. Alle weitere Bauphasen lassen sich ohne Beeinträchtigung der fertig gestellten Gebäude unabhängig voneinander realisieren. Das Parken erfolgt in den unteren Geschossen und wird für die einzelnen Stadtbausteine separat erschlossen. Der Grünraum im Inneren wurde von Parkflächen freigehalten. Durch die Topografie können die Parkgeschosse auch natürlich belüftet werden. Der größte Anteil des Parkens ist dem Einzelhandel zugeordnet.
Nachhaltigkeit
Für das neue Stadtquartier in Leonberg haben wir ein Nachhaltigkeitskonzept mit ganzheitlichem Ansatz entwickelt, das ökologische und ökonomische Belange gleichermaßen in die Planung mit einbezieht sowie wirtschaftlich effiziente, umweltfreundliche und ressourcensparende Gebäude vorsieht. Die Gebäude weisen durch ihre Form ein optimales Verhältnis zwischen der Außenfläche und dem Nutzvolumen auf (A/V Verhältnis). Somit wird die spezifische Hüllfläche, über die Energie entweichen kann, reduziert. Die Konstruktion der Fassade können die energetischen Belange in die Gestaltung einbeziehen. Ein ausgewogenes Verhältnis von transparenten und nicht transparenten Fassadenflächen gewährleistet zum einen eine gute Ausleuchtung der Büros sowie komfortable Wohnungen mit natürlichem Licht und verhindert andererseits die Aufheizung des Gebäudes. Eine erhöhte Fassadendämmung und der Einsatz von Verbundfenster minimieren die Wärmeverluste. Weitere bauliche Maßnahmen sowie Konzepte für die Heiztechnik können differenziert in weiteren Planungsschritten integriert werden.
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Neugebauer+Rösch Architekten, Stuttgart
Das Herz des neuen Quartiers ist der terrassierte Stadtgarten mit seinen hohen Aufenthaltsqualitäten.
Den Auftakt und signifikanten Zugang in das neue Quartier, bildet das Torhaus an der Lindenstrasse. Schon vom Belforter Platz aus ist durch das Tor die Altstadtkulisse im Blickfeld der Passanten und Autofahrer.
Angezogen von der verlockenden Aussicht, betritt der Besucher ein Plätzchen, das sich nach Norden zum Stadtpark und zur Altstadt großzügig öffnet. Gesäumt von attraktiven Handels- und Gastronomieangeboten weitet sich der Raum zum grünen Balkon.
Ein gläserner Pavillon sitzt wie eine Skulptur in der Mitte des Platzes und führt mit Rolltreppen und Aufzügen in die unteren Ebenen bis hinunter in das tiefste Garagengeschoss, das damit noch Tageslicht erhält.
Um die Verkehrsströme zu entflechten, haben die beiden Wohnquartiere jeweils eigene Garagen mit Zufahrten von der Bahnhofsstraße. Die Stellplätze der gewerblichen Nutzungen werden über eine Seitengasse aus der Lindenstraße erschlossen. So zeigen sich zur Lindenstrasse ohne Störung in den Erdgeschossen die Geschäfte und gleichzeitig ergibt sich ausreichend Stauraum.
Diese Reihenfolge von Tor, kleinem Platz und großer grüner Terrasse ist das Besondere der städtebaulichen Qualität des Ortes, den es mit dem Blick über den Stadtpark zur Altstadt, so nur hier geben kann.
Eine Ebene tiefer, ebenerdig von der Lindenstraße und aus dem Stadtpark zu erreichen, findet sich, vollständig in die Topographie integriert, der größte Teil der Handelsflächen.
Während sich der Park nach Norden zur Bahnhofsstraße ohne Bebauung weit zur Altstadt öffnet, sind die anderen drei Seiten durch die neue Bebauung klar, aber doch mit offenen Blick- und Wegebeziehungen begrenzt.
Die Wohnhäuser sind als Stadtvillen konzipiert und liegen bis auf eines direkt am Parkrand, so dass die Wohnqualität vom weiträumigen Umfeld und dem Blick in's Grüne profitiert. Zur Lindenstraße schirmen die Geschäftshäuser von der Straße ab.
Die Gestaltung der Stadtvillen ist weit entfernt vom üblichen Geschosswohnungsbau. Im Grundriss dreihüftig organisiert ergeben sich in jedem Geschoss unterschiedliche Wohnungskonfigurationen.
Von Außen entsteht eher der Eindruck einer sehr großzügigen privaten Villa. Im Erdgeschoss vermitteln Natursteinwände das Gefühl von Hochwertigkeit und Sicherheit. In den Obergeschossen verwöhnt das Spiel von Wandscheiben, Glasflächen, Balkonen und Terrassen das Auge des Betrachters.















