Gesprächsrunde für den Einzelhandel

Die Stadt Leonberg hatte am Dienstag, 12. Januar 2010 alle Leonberger Einzelhändler und die Fraktionsvorsitzenden des Gemeinderats zu einem Meinungsaustausch zum Projekt Stadtumbau Leonberg-Mitte in die Steinturnhalle geladen. Oberbürgermeister Bernhard Schuler konnte über 80 interessierte Einzelhändler in der Steinturnhalle begrüßen und formulierte gleich zu Beginn das Ziel, "in einem kontinuierlichen Dialog gemeinsam an der besten Lösung für Leonberg und damit auch den Leonberger Einzelhandel zu arbeiten".

 

Zunächst wurden die wesentlichen Inhalte der vorliegenden Einzelhandelsgutachten durch den Fachgutachter, Dr. Joachim Will von der Ecostra GmbH, vorgestellt. Im Anschluss diskutierten Fachleute gemeinsam mit den Teilnehmern Chancen und Risiken der geplanten Einzelhandelsansiedlung. An der Gesprächsrunde nahmen neben Will auch Sabine Hagmann, Hauptgeschäftsführerin des Einzelhandelsverband BW e.V., Diana Bäßler, Center-Managerin des LeoCenters, Joachim Heller, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Faszination Altstadt Leonberg e.V. und als Vertreter des Investors Cemal Isin, Geschäftsführer Häussler Baumanagement GmbH, teil. Moderiert wurde die Runde von Erster Bürgermeisterin Inge Horn.

 

Die Teilnehmer der Gesprächsrunde waren sich in der Einschätzung einig, dass das Projekt eine große Chance für Leonberger Einzelhandelslandschaft ist und die Chancen gegenüber den Risiken überwiegen.Will betonte, dass zur Schaffung eines funktionstüchtigen Einzelhandelsstandortes die Ansiedlung von mindestens zwei großen Geschäften mit zusammen ca. 8.000 m² Verkaufsfläche erforderlich ist. Die Ansiedlung könne zwar auch im Vorgriff auf den durchgängigen, attraktiven Fußgänger- und Radfahrerbereich zwischen der Römergalerie und der Altstadt in Angriff genommen werden, für einen nachhaltigen Erfolg sei diese Verknüpfung jedoch unverzichtbar.

 

Wichtig sei auch die Ansiedlung von vielfältigen Handelseinrichtungen und gastronomischen Angeboten. Diese müssen mit ihrem Sortiment den vorhandenen Leonberger Einzelhandel ergänzen. Mit der Ansiedlung eines großen Lebensmittelmarkts kann die aktuelle Lücke in der Angebotssituation der Innenstadt geschlossen werden und dieser Bereich so deutlich aufgewertet werden. Leonberg könne mit diesen Ansiedlungen die in der Vergangenheit verlorenen Kundenströme zurückgewinnen. Neben Einzelhandelsnutzungen wurden von den Gesprächsteilnehmern weitere Wünsche geäußert.

 

In der anschließenden Diskussion im Plenum wurden auch kritische Stimmen laut. So sei zu hinterfragen, wie der erforderliche zusätzliche Einzelhandels- umsatz von ca. 35 Millionen Euro erreicht werden soll. Dies ist nur durch eine Erhöhung der Leonberger Kaufkraftbindung machbar, erwiderten die anwesenden Experten. Auch der dem Häussler-Projekt unmittelbar zuordenbare Mehrverkehr von bis zu 2.500 Fahrzeugen in der Grabenstraße wurde kritisch hinterfragt. Während heute laut Prof. Gunter Kölz auf der Grabenstraße 24.000 Fahrten und vor der Post in der Eltinger Straße 19.000 Fahrten pro Tag gezählt werden, würden die Zahlen laut Gutachten, wenn das ehemalige Bausparkassenareals mit dem Einzelhandel und auch den Wohn- und Geschäftshäusern innerhalb eines Tages aufgesiedelt wäre, bei einer verkehrlichen Erschließung der Geschäfte über die Eltinger Straße, wie folgt ansteigen:

 

  • Grabenstraße: 26.500 Fahrten (ein Plus von 2.500 Fahrten / Tag)
  • Eltinger Straße, Höhe Post: 22.500 Fahrten ( ein Plus von 3500 Fahrten / Tag) Dieser zusätzliche Verkehr kann über das vorhandene Straßennetz abgewickelt werden.

 

Schuler griff am Ende der gut zweistündigen Veranstaltung den Wunsch der anwesenden Einzelhändler auf, den begonnen Dialog fortzusetzen und versprach einen kontinuierlichen Informationsaustausch zwischen Stadt, Investor und Einzelhändler sicher zu stellen.