24.08.11 Häusslers Zaun: erst weg - und dann wieder da
Leonberg. Der Investor reagiert rasch auf nicht bezahlte Rechnungen.
Der Bauzaun um das Häusslerareal ist weg - wieder einmal. Denn erneut hat der Zaunverleiher seine Rechnungen nicht bezahlt bekommen und daher gestern früh begonnen, den mobilen Bauzaun rund um das zwei Hektar große Gebiet zu demontieren. Davon alarmiert, versuchten Beamte des Leonberger Rathauses den Investor Rudi Häussler zu erreichen - offenbar erfolgreich.
Nach einem persönlichen Anruf und einer Überweisung durch den Investor Rudi Häussler seien die Rechnungen gestern Vormittag beglichen worden. "Darauf hin haben wir die Demontage gestoppt", berichtet der Geschäftsführer der Bauzaunfirma, Holger Schwarzfeller. Und merkt gleich an: "Das gleiche Spiel hatten wie schon mal."
Unmittelbar vor dem vergangenen Pferdemarkt hatte Schwarzfeller schon einmal die Zäune demontiert, weil Rechnungen nach Angaben des Gläubigers "über Monate nicht bezahlt" worden seien. Dabei geht es nicht um Unsummen: Die Absperrung des zwei Hektar großen einstigen Bausparkassenareals koste weniger als 100 Euro im Monat. Häussler beeilte sich damals wie heute zu sagen, dass die Kosten für den Bauzaun "selbstverständlich" überwiesen werden und dies alles nur eine Panne bei seiner internen Umstrukturierung und ein Missverständnis gewesen sei.
Im Gegensatz zum Februar ist gestern allerdings nur ein Teil des Bauzauns wieder aufgerichtet. Entlang der Lindenstraße überlässt der Zaunverleiher "die Verantwortung für die Baustellensicherung dem Grundstücksbesitzer." Der Grund: "Für einen Wiederaufbau bekomme ich ja kein Geld", so der Unternehmer aus Langenfeld bei Düsseldorf. Die Hänge am Eltinger Fußweg sowie die Einfahrt von der Bahnhofstraße aus bleiben weiter mit seinen Bauzäunen vergittert.
Symbolkraft besitzt der Bauzaun auch jenseits aller juristischen Sicherungsmaßnahmen. Häussler ist in der Öffentlichkeit weitgehend abgetaucht, unter seinen einstigen Firmentelefonnummern ist er nicht mehr erreichbar. Nachdem das in finanzielle Schräglage geratene Immobilien-Imperium fast schon wie ein Kartenhaus in sich zusammengebrochen war und zahlreiche Insolvenzverfahren laufen, ist die "22. Boden- und Baugesellschaft", die das Leonberger Areal vermarkten soll, aber nicht insolvent - als einzige im einstigen Firmenimperium des mittlerweile 82-jährigen Selfmade-Man alter Schule.
Häussler betonte vor sechs Monaten, dass man hier kräftig in Verhandlungen sei und auch handlungsfähig. Doch die Zukunft des von der Wüstenrot-Städtebau an Häussler veräußerten Geländes ist offener denn je. Angeblich weiß auch im Leonberger Rathaus niemand, wie es um den Stand der Verhandlungen steht. Häussler selbst verhandelt dem Vernehmen nach über den Weiterverkauf des einzigen Projekts bei dem er noch allein das Sagen hat an andere mögliche Investoren. Für das Areal besteht ein Bebauungsplanentwurf, der Stadtvillen, Büros und Praxen sowie rund 9000 Quadratmeter Handelsflächen vorsieht.
© 2011 Leonberger Kreiszeitung, von Michael Schmidt

