Die Zukunft der Stadt wird sichtbar
Am Donnerstag, 28. Februar 2008, präsentierte die Verwaltungsspitze Leonbergs im Rahmen einer einberufenen Pressekonferenz die Ergebnisse des städtebaulichen Wettbewerbs Leonberg Mitte.
Das Preisgericht hatte - nach intensiver Diskussion und Beratung - einstimmig den Entwurf der Dipl.-Ing. Sonja Neugebauer aus dem Büro Neugebauer + Rösch Architekten BDA, Stuttgart mit dem Landschaftplaner Dipl.-Ing. Michael Heintze, Konstanz zum Sieger des Wettbewerbs ernannt.
Die Gründe für diese Entscheidung liegen laut Dipl.-Ing. Wolfgang Riehle, dem Vorsitzenden des Preisgerichts,
"zum Einen in der überzeugenden Qualität der neu formulierten Stadträume und zum Anderen in der gelungenen Verbindung der Altstadt mit dem Gebiet rund um den Neuköllner Platz."
1. Preis
Neugebauer+RöschArchitekten
Eberhardstr. 61, 70173 Stuttgart
Sonja Neugebauer/Freie Architektin, Stuttgart
Michael F. Heintze/Freier Landschaftsarchitekt, Konstanz
Mitarbeiter: Sascha Zivkovic
Der Entwurf ist durch ein ebenso klares wie überzeugendes Grundkonzept gekennzeichnet.
Zwei Baufelder im Zusammenspiel mit der bestehenden Bebauung entlang der Eltinger Straße und der Lindenstraße entwickelt, umschließen gemeinsam mit dem Felssporn der Altstadt einen großzügigen innerstädtischen Grünraum. Damit wird sowohl die topographische Situation erlebbar gemacht, als auch die Altstadtkante aus verschiedenen Blickrichtungen überzeugend in Szene gesetzt.
Zentrales Element des Entwurfs ist eine gerade baumbestandene Stadtpromenade in Form einer Wegeachse von der Stadtmitte zur Altstadt. Der Neuköllner Platz geht mittels eines sich öffnenden Platzraums in das neue Stadtforum über. Dieses markiert an richtiger Stelle den Mittelpunkt zwischen Altstadt und neuem Stadtquartier. Hier ist das Neue Rathaus überzeugend positioniert und das Hallenbad wird an den Stadtraum angebunden.
Vom neuen Platz aus führt die Stadtpromenade auf kurzem und kurzweiligem Weg weiter zum Hirschbrunnen Platz und zur Altstadt.
Damit wird das Ziel der Auslobung, über das zentrale Element eine attraktive Verbindung zwischen Altstadt und Stadtmitte herzustellen, in hervorragender Weise erreicht und zugleich ein urbaner Stadtraum mit hohem Erlebniswert und Aufenthaltsqualität geschaffen. Lediglich der vorgeschlagene "Brückenschlag" mit zwei getrennten Stegen, der sich im Ideenteil befindet und daher wohl nur längerfristig zu realisieren sein wird, wirkt in dieser Form überzogen.
Besondere Qualitäten werden auch im Park als übergeordnetes Freiraumelement zwischen den dorthin scharfkantig abgegrenzten Baufeldern erkannt. Er dient als Sichtzone für die Altstadt, schafft durch seine großzügige Auslegung weiche Übergänge, verbindet die anschließenden Grünbereiche und nimmt das Reiterstadion auf. Positiv wird auch der Vorschlag gewertet, es im Charakter eines Amphitheaters einzubetten. Gleich einer Stadtbühne ist es auch von der Altstadt aus erlebbar und kann zugleich für vielfältige weitere Aktivitäten genutzt werden.
Die neuen Stadtbausteine orientieren sich in Körnung und Höhenentwicklung an den bestehenden Strukturen. Sie stellen somit einen gelungenen Übergang zwischen der Kleinteiligkeit der Altstadt und den großmaßstäblichen Bauten der Stadtmitte dar. Das Wohnquartier am Park beinhaltet zwar ein differenziertes Wohnangebot, könnte jedoch im Sinne der gewünschten Urbanität eine deutliche Verdichtung erfahren.
Beide Baufelder funktionieren unabhängig voneinander, was als weiterer Vorteil der Arbeit gewertet wird. In der Umsetzung ist jedoch der südliche Teil des Entwurfs mit Problemen behaftet.
Der Vorschlag für die Fahrerschließung ist konsequent, die Fußwege sind gut miteinander vernetzt.
Ein in Ausgewogenheit und Maßstab überzeugender Beitrag besticht durch seine Klarheit und vermag die Ziele der Auslobung in überzeugender Weise zu erreichen.
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2. Preis
Trojan Trojan Wendt, Architekten und Städtebauer
Heinrichstraße 2, 64283 Darmstadt
Prof. Klaus Trojan/Freier Architekt + Stadtplaner, Darmstadt
Verena Trojan/Freie Architektin + Stadtplanerin, Darmstadt
WGF Nürnberg, Landschaftsarchitekten
Vordere Cramergasse 11, 90478 Nürnberg
Gerd Aufmolk/Garten- + Landschaftsarchitekt, Nürnberg
Franz Hirschmann/Garten- + Landschaftsarchitekt, Nürnberg
Mitarbeiter: Volker Ihm, Carl Wilkens, Lilija Bartuli, Medi Moshfeghi, Anke Thestorf, Yujia Hua
Fachberater/Verkehrsplanung: G. Skoupil, Darmstadt
Zentrales Element des Entwurfs stellt ein in Ost-West-Richtung aufgespannter Grünraum dar. Er nimmt sowohl den Festplatz als auch den Pferdemarkt auf und bietet mit einem die höhere topografische Lage nutzenden Stadtplatz einen Ausblick ins Glemstal. Er stellt die Altstadtkulisse frei und ist gleichzeitig verbindendes Element zwischen Altstadt und neuer Stadtstruktur. Allerdings wird mit dem Ausblick vom Stadtplatz nach Osten nicht die Altstadtkulisse in den Fokus genommen, sondern die Bahnhofstraße/Rutesheimer Straße, die wenig städtebauliche Qualität aufweist. Gefasst wird ein neuer Freiraum im Süden durch eine dichte Baustruktur, die qualitativ hochwertiges Wohnen verspricht. Die Gebäudeabstände und die Dichte sind in Einzelbereichen nochmals zu prüfen. Die östlich angrenzenden Handelsstrukturen ergänzen in angemessener Körnung und strukturell sehr guter Lage den Entwurf. Anerkennung findet der Versuch des Umgangs mit dem bestehenden Rathaus und einer neuen Vorfahrt. Fraglich bleibt jedoch, ob der zergliederte Baukörper nicht weiter die stadträumliche Qualität schwächt.
Zusammenfassend gelingt es dem Verfasser, die fußläufige Verbindung zwischen Altstadt und Stadtmitte mit angenehmen Raumabschnitten zu gliedern, jedoch bietet die umgebende Baustruktur kaum einladende Gesten zum innenliegenden, neuen öffentlichen Stadtraum, so dass die Wahrnehmung von den Hauptachsen (Eltinger Straße/Lindenstraße) nicht gegeben ist. Dies könnte durch ein Weglassen von Gebäudevolumen jedoch erreicht werden.
Insgesamt bietet sich aber mit diesem hochwertigen Entwurf ein angemessenes und umsetzbares städtebauliches Konzept.
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3. Preis
K9 Architekten, Architektur und Städtebau
Kandelstraße 9, 79106 Freiburg
Manfred Piribauer/Architekt, Freiburg
Marc Lösch/Architekt, Freiburg
Wolfgang Borgards/Architekt, Freiburg
faktorgruen, Landschaftsarchitekten
Hindenburgstraße 95, 79211 Denzlingen
Martin Schedlbauer/Garten- + Landschaftsarchitekt, Denzlingen
Mitarbeiter: Maximilian Matscheko, Holger Moser
Der Entwurf sieht eine klar strukturierte städtebauliche Entwicklung vor, die unterschiedliche Teilbereiche - Wohnen und Büro/Hotel im westlichen Teil, Handelsnutzungen im östlichen Teil - entstehen lässt, und dabei gleichzeitig die Verknüpfungsfunktion zwischen historische Altstadt und bestehender Stadtmitte räumlich gut betont.
Durch die Fortführung der Grünstrukturen des Altstadthanges über den neuen Pferdemarkt und den geplanten Altstadtpark entsteht ein großzügiger Grünzug, der die Altstadtkulisse heraus stellt, gut erlebbar macht und sich positiv mit dem urbanen Stadtraum beim Neuen Rathaus verknüpft.
Das Neue Rathaus liegt an günstiger Stelle, die die Verknüpfungsfunktion des neuen Stadtquartiers verstärkt. Es eröffnen sich gute Blickbeziehungen zur Altstadt, der geplante Steg setzt an den richtigen Stellen an, ist aber aufgrund der Länge und Höhe über Gelände zu hinterfragen.
Unter angemessener Berücksichtigung der Topographie reihen sich die intensiv für den Pferdemarkt zu nutzenden Flächen - historischer Marktplatz, Pferdemarkt oval im Tälchen und neuer Stadtplatz - geschickt aneinander. Im westlichen Wohnquartier kann die Ausrichtung der Wohnungen nicht immer voll überzeugen, vor allem die nach Südwesten orientierten Wohnungen direkt an der Lindenstraße sind dem Straßenlärm ausgesetzt. Auch der neue Wohnkomplex am nördlichen Rand des östlichen Baugebietes (Ersatz für das bestehende Wohngebäude am Eltinger Fußweg) überzeugt nicht, es wird durch den geplanten Laden- und Marktkomplex überragt und verschattet.
Die großen Blockstrukturen für Handelsnutzungen liegen günstig, auch zur Altstadt, können gut angedient werden, erscheinen aber zu groß dimensioniert, die engen Lichtinnenhöfe dagegen sehr klein. Auch die Aufteilung der Rathaus- und Notariatsnutzungen auf zwei Gebäude wird kritisch gesehen. Hingegen ist der
Hotelstandort am Stadtplatz gut gewählt. Eine abschnittsweise Realisierbarkeit ist schlüssig in drei Schritten nachgewiesen. Die verkehrliche Erschließung ist adäquat, auf die Kreisverkehre bei Polster Bendel und bei der Einmündung Lindenstraße/Eltinger Straße wurde verzichtet.
Für die schwierige Aufgabenstellung "Stadtumbau Leonberg Mitte" werden klare und großzügige Strukturen vorgeschlagen, die in Schritten gut realisierbar sind, sich positiv in das Stadtgebilde einfügen und die angestrebten Verknüpfungen gut herausarbeiten.
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4. Preis
ASTOC GmbH & Co KG, Architekten + Planer
Maria-Hilf-Straße 15, 50677 Köln
Prof. Markus Neppl/Architekt, Düsseldorf
Mitarbeiter: Zafer Bildir, Richard Büsching, Christian Dieckmann, Ulrich Hundsdörfer, Maya Krause, Markus Piel, Steffen Wurzbacher
RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten
Klosterbergstraße 109, 53177 Bonn
Stephan Lenzen/Landschaftsarchitekt, Düsseldorf
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5. Preis
burkle + hahnemann, Architekten + Stadtplaner
Pelargusstraße 1a, 70180 Stuttgart
John Burkle/Architekt, Stuttgart
Andreas Hahnemann/Architekt, Stuttgart
Zoll + Partner
Markelsheimer Str. 60, 70435 Stuttgart
Peter Zoll/Architekt und Stadtplaner, Stuttgart
Planungsgruppe Landschaft und Raum
Hindenburgstr. 40, 70825 Korntal
Prof. Cornelia Bott/Freie Garten- + Landschaftsarchitektin, Korntal
Mitarbeiter: Rupprecht Neulinger, Melanie Neuffer, Ulrike Rach, Reinhard Braun
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